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Blut, Schweiß & Tränen

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So nah und doch so fern

Wie erklärst du jemandem, der in deinem engsten Umfeld zu finden ist und der trotzdem deinen Job nicht kennt und eigentlich auch kein Interesse daran hat, was du alles tust um eine verdammt gute Arbeit abzuleisten? Was sagst du, wenn dir dieser Mensch dann auch noch nahe legt, dass du dir doch bitte endlich eine anständige Arbeit suchen sollst, die „eher deinen Fähigkeiten entspricht“?

Genau so ist mir das vor ein paar Tagen passiert. Und ich bin mehr als nur enttäuscht oder genervt. Ich bin verletzt und ratlos. Und ich weiß partout nicht, wie ich auf diese Aussage reagieren soll.

Rational betrachtet bin ich mir sicher, dass diese Person mir nichts Schlechtes will. Aber ich bin ein Mensch mit Gefühlen und mir zu sagen, ich solle meine Kamera weglegen weil ich nicht den großen Schotter, Kies und die mega Moneten damit mache, das sitzt. Das ist ein Schlag, der geht noch weiter als unter die Gürtellinie.
 

Leidenschaft die Leiden schafft

Ich möchte mal behaupten, dass fast jeder der mich als Fotografin kennen lernen durfte, sei es bei einem Portrait-Auftrag, als technische Leitung beim Fotowalk von muenchen.de oder bei meinem Photowalk für Frauen von Herz&Blende, erkennen konnte, dass Fotografieren und das Weitergeben von Foto-Fachwissen, meine Leidenschaft und mein Leben ist. Wenn ich eine Kamera in der Hand halte und ein tolles Motiv entdeckt habe, oder jemand anderem etwas so erklären konnte, dass er/sie es verstanden und umsetzen kann, dann bin ich der glücklichste Mensch auf Erden.

Wie kann es da sein, dass jemand der mir eigentlich so nahe steht, das nicht sehen kann. bzw. sich gar nicht dafür interessiert? Ich verstehe ja, dass man Erfolg in Deutschland gerne an den Nullen auf einem Gehaltszettel oder Konto festmacht. Und ich bin auch kein Mensch, der sich nur von Luft und Liebe ernähren kann. Aber Leidenschaft und Liebe zum Job mit dem Bewusstsein, anderen mit der eigenen Arbeit helfen zu können, das ist für mich eben verdammt wichtig.
 

Verdammt blöder Fehler

Was ich gesagt und geantwortet habe möchtest du wissen? Ich habe erst geschwiegen, habe nichts auf diesen Satz gesagt um dann einen blöden Fehler zu machen: Ich habe zu verstehen gegeben, dass ich mich nach einer zusätzlichen Stelle als Angestellte umschauen werde.

Ehrlich gesagt habe ich KEINE AHNUNG, in welchem Job ich auch nur ansatzweise mit meinem Herz und meinem Verstand so von Nutzen wäre, dass ich der Firma eine gute Mitarbeiterin wäre. Ich wäre immer in Gedanken hier bei meinem Blog, meiner Fotografie, meinen tollen und wunderbaren Kundinnen und würde bereits den nächsten Photowalk für Frauen planen. Alles was da bleibt sind Jobs die keine großen Anforderungen an mein Gehirn stellen. Und kann es das wirklich sein?
 

Blut, Schweiß & Tränen

Ich habe vor ein paar Tagen gelesen, dass es zwischen 5 und 10 Jahren braucht, um es als Fotograf zu etwas zu bringen. Da frage ich mich jedoch ob das nur eine faule Ausrede oder Tatsache ist? Und falls es Tatsache ist, warum liest und hört man dann immer nur von denen, die es quasi über Nacht zum erfolgreichen Fotografen geschafft haben.

Ich will dir, der du dir überlegst dich als Fotograf/in selbstständig zu machen nur eines mit auf den Weg geben und zitiere – Kontra K – weil er es passender nicht hätte sagen können:

„Erfolg ist kein Glück!
Sondern nur das Ergebnis von Blut, Schweiß und Tränen.
Das Leben zahlt alles mal zurück.
Es kommt nur ganz drauf an, was du bist.
Schatten oder Licht.“

 

Aufgabe vs. Hingabe

Sich selbstständig zu machen ist nie leicht und viele scheitern in den ersten 3-5 Jahren an mangelnden Einnahmen. Ich gehöre eigentlich nicht dazu. Aber ich betreibe ein saisonales Outdoor-Business, dass sich nur für wenige Monate im Jahr umsetzen lässt. Was natürlich ein riesen Loch in meine Kasse reisst, sobald die Temperaturen kühler und die Tage kürzer werden. Da liegt die Frage nahe, warum nicht gleich für die Wintermonate wie jeder vernünftige Gartenbaubetrieb dicht machen und was anderes jobben?

Weil die Arbeit an sich, nicht weniger wird, nur weil kaum Portrait-Aufträge da sind. Die Photowalks gehen das ganze Jahr über, Blogposts wollen geschrieben werden, ein Podcast ist in Planung und fürs kommende Jahr sind dann endlich Workshops am Start. Die Websites wollen aktualisiert und mit neuen Inhalten gefüllt werden. Und dann ist da noch Social Media. Ich bin Einzelkämpferin, wie so viele da draussen und das kostet Kraft, Zeit und Nerven. Und nein, meine Arbeit ist nicht mit 5 Minuten am Tag auf FB oder Instagram getan. Schön wär’s.

Aufgabe ist keine Option für mich! Dafür liebe ich meine Arbeit, meine Kundinnen und die Fotografie viel zu sehr, als dass ich es mir und denen die meine Arbeit wirklich zu schätzen wissen, antun wollen würde.

In diesem Sinne und alles Liebe,
deine Steffi

P.S. Wer lieber weniger liest und mehr von meinen Bildern sehen möchte, kann mir auf Instagram folgen:

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Manuela Csikor - 16. Juni 2016 - 09:30

Weitermachen! <3 🙂

Michael Bergmeier - 16. Juni 2016 - 11:08

ich seh das so:
wenn es fürs herz ist und du davon leben kannst: weitermachen!
ich kann mich tagelang im „studio“ spielen mit experimenten,licht ,analog etc und hab meinen spass dabei.
wenn einer anruft und fragt ob ich maschinenteile oder sonstwas fotografieren kann—lass ich die spielereien liegen!! logisch gibt geld
jeder hat sein steckenpferd!! aber meistens reicht das leider nicht.
zum saisonproblem, vielleicht auch mal über andere arten der fotografie nachdenken(studio/auftragsgeknipse egal was)
die ganze fotografie lebt nur von wandel und experiment.
nur meine meinung

.

Monica Teuber - 16. Juni 2016 - 11:22

Lass dich nicht kaputt machen, Steffi. Mach weiter. Du musst halt über die Runden kommen, das ist schon klar. Aber „irgendetwas“ machen, was dir gar nicht liegt: wäre schade. Du machst das toll.

Martina Schurian - 16. Juni 2016 - 11:58

Punkt 1. Aufgeben tut man nur einen Brief. Das hat meine Mama gesagt und wenn meine Mama was sagt, dann ist das so 🙂
Punkt 2. Tolles Zitat bzw. toller Spruch.
Punkt 3. Für die doofen Monate: Für die Shootings einen Pop Up Store machen oder Räumlichkeiten tageweise anmieten. Funktioniert super.
Punkt 4. Wiederhole Punkt 1 bis Punkt 4.

Daggi Launhardt - 17. Juni 2016 - 18:13

Lass dich nicht unterkriegen. Es ist dein Leben und nicht das Leben der anderen. Du bist du und weißt was für dich am Besten ist. Du schaffst das. Solltest du Hilfe beim Blog oder der Website brauchen, wüsste ich vielleicht jemand der dir helfen kann. Der ist mit genauso viel Herzblut selbständig. Viele Grüße Daggi

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